Ich bin geboren in Kabul, doch meine Heimat fand ich in Deutschland und freundete mich mit der Geschichte, Kultur, Sprache aber vor allem mit den Menschen an. Ich besuchte ein altsprachliches Gymnasium in Dillenburg und wollte die deutsche Sprache mit all seinen Facetten kennenlernen und verstehen. Nach dem Abitur in Frankfurt, arbeitete ich zunächst bei MCI Worldcom, einem US amerikanischen Telekommunikationsunternehmen. Noch während meiner Tätigkeit bei MCI Worldcom, nahm ich das Studium der Medieninformatik an der FH Gießen-Friedberg (THM), das ich mit einem sehr guten Diplom abschloss. Ich war begeistert von dem Wandel, den die Gesellschaft erlebte. Technologien veränderten mit jedem Tag unser Leben und waren immer mehr präsent. So wollte ich Teil jener Innovationen werden, die unsere Gesellschaft verändern. Nach etwa drei Jahren Studium, erhielt ich die Möglichkeit am Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung Teil jener Innovationen zu werden. Ich stellte schnell fest, dass Technologien oft technologiegetrieben sind und der Mensch mit seinen individuellen Fähigkeiten und Interessen nicht selten in den Hintergrund gerät.

Ich begann den Menschen in den Vordergrund meiner Forschung zu stellen und die entwickelten Technologien an den Menschen anzupassen. Mein Ziel war auch, die deutsche Forschung und Entwicklung auf internationalen Konferenzen und in internationalen Journalen zu präsentieren. Der deutsche Innovationsgrad darf meines Erachtens nicht unterschätzt werden. Nur sollte die Vermarktungs- und Verbreitungsstrategie effizienter und effektiver gestaltet werden. Also befasste ich mich intensiv mit wirtschaftswissenschaftlichen Aspekten und suchte Möglichkeiten des Marketings und Managements in Informationstechnologien, die auch erfolgreich waren.

Im Jahr 2014 konnte ich an der Technischen Universität Darmstadt meine Dissertation mit dem Titel „Adaptive Semantcs Visualization“ mit Auszeichnungen verteidigen. Und so wie es mit den Auszeichnungen ist, erhielt ich weitere für meine Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, u.a. den Burgen Scholarship Award der Academia Europaea.

Bis Oktober 2016 leitete ich die Gruppe Semantik-Visualisierung am Fraunhofer IGD. Mein Ziel war es noch mehr Synergien zwischen Menschen, Technologien und Wirtschaft zu schaffen. In dieser Zeit entwickelte meine Gruppe eine nachhaltige Technologie, die nicht nur die interaktive graphische Repräsentation heterogener Daten ermöglichte, sondern den gesamten Transformationsprozess von Datenerhebung über Datenanreicherung und Informationsextraktion bis hin zur Visualisierung entwickelte. Unsere SemaVis Technologie konnte sich sowohl in der Forschung als auch in der Industrie als ein ganzheitlicher Ansatz zur Analyse von komplexen Daten etablieren.

Im Oktober 2016 wurde ich am Fachbereich Media der Hochschule Darmstadt zum Professor berufen und bin voller Hoffnung die Forschungsarbeiten weiterführen und meine Beiträge für die Forschung, Lehre und Entwicklung erweitern zu können.